Parodontologie

Was ist Parodontitis?

Die Parodontitis, oft medizinisch nicht korrekt auch Parodontose genannt, ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Im Gegensatz dazu ist die Parodontose nicht entzündlich. Eine Parodontitis kann unabhängig vom Alter, an nur einem oder an mehreren Zähnen gleichzeitig, unterschiedlich schnell und in verschiedenen Schweregraden auftreten.

Am Beginn der Erkrankung stehen oft Ansammlungen von Zahnbelägen und Zahnstein, die zu einer Gingivitis - Entzündung des Zahnfleisches führen. Ursache ist eine große Menge von Bakterien, die das Zahnfleisch schädigen. Blutendes Zahnfleisch und Mundgeruch sind oft die ersten Anzeichen einer Zahnfleischerkrankung.

Wird die Gingivitis nicht rechtzeitig behandelt, so greift die Entzündung vom Zahnfleisch auf den Zahnhalteapparat über und es bildet sich eine so genannte Parodontitis aus. Durch die Schädigung des Zahnhalteapparates löst sich das Zahnfleisch vom Zahn wodurch eine so genannte Zahnfleischtasche entsteht.

Verlauf einer Parodontalerkrankung

gingivitis_verlauf_01

Das Zahnfleisch entzündet sich; es blutet. Zahnbelag lagert sich am Zahn im Bereich des Zahnfleischrandes ab und es entsteht eine leichte Zahnfleischentzündung (Gingivitis) durch Plaque und Zahnsteinauflagerung.

gingivitis_verlauf_02

Der Zahnfleischsaum löst sich vom Zahn, Bakterien breiten sich aus, Plaque verfestigt sich zu Zahnstein, der umgebende Knochen wird Abgebaut. Die Folge ist eine starke Entzündung von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat (Parodontitis).

gingivitis_verlauf_03

Das Zahnfleisch zieht sich zurück, Kieferknochen und Haltefasern werden weiter abgebaut, es entsteht ein Knöcherner Defekt. Der Zahn wird locker und fällt aus.

Rezessionsdefekt

Der weitgehend entzündungsfreier Rückgang des Zahnfleisches und des darunterliegenden Knochens wird als Rezessionsdefekt bezeichnet.

gingivitis_verlauf_04

Es gibt auch Erkrankungen, bei denen sich das Zahnfleisch und der darunterliegende Knochen zurückziehen, ohne dass vorher eine Entzündung vorlag. Die Gründe sind vielfältig: falsches Zähneputzen, Zahnfehlstellungen oder Zähneknirschen können Ursachen sein. Zahnfleischschwund ist nicht nur eine ästhetische Einschränkung, sondern kann dem Patienten durch freiliegende Zahnhälse und Überempfindlichkeit auch Schmerzen bereiten.

Was geschieht bei einer Parodontitisbehandlung?

In den ersten Behandlungsabschnitten werden bei dem Patienten im Rahmen der Prohpylaxe und professionellen Zahnreinigung alle Zahnbeläge und Zahnstein oberhalb des Zahnfleischniveaus gründlich entfernt - soweit es keine Schmerzen bereitet. Es werden mit ihm die für ihn wichtigen Mundhygienemaßnahmen besprochen, eingeübt und regelmäßig kontrolliert. Geeignete Zahnpflegemittel werden empfohlen.
Die zweite Phase der Behandlung, die Entfernung von Zahnstein und Belägen unterhalb des Zahnfleischniveaus, erfolgt anschließend in Lokalanästhesie in der Regel in zwei Sitzungen.
Hierbei werden die Zahnfleischtaschen gründlich gereinigt, Entzündungen beseitigt und Irritationen des Zahnhalteapparates sowie der Gingiva entfernt.

Kann ich auch Parodontitis haben, wenn mein Zahnfleisch gar nicht blutet?

Die als Parodontitis ezeichnete Erkrankung des Zahnbetts wird durch eine Entzündung verursacht. "Parodont" bedeutet "um den Zahn herum" und Entzündungen bezeichnet man in der Medizin mit der Endung "-itis". Diese verläuft in der Regel chronisch. Eine Entzündung wird immer durch Bakterien verursacht, die auf dem Zahn wie ein dünner Film liegen. Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder eine familiäre Veranlagung beschleunigen deren Verlauf. Die Entzündung sitzt in der Tiefe einer sich über Jahre gebildeten Zahnfleischtasche. Deshalb muss das Zahnfleisch beim Zähneputzen auch nicht immer bluten. Die Entzündungen beginnen meist in den Zahnzwischenräumen, die bei der Reinigung schwer zugänglich sind und von den meisten Menschen nicht oder nur sehr unregelmäßig gereinigt werden. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen des Zahnhalteapparates sind notwendig. So wird die Parodontitis rechtzeitig entdeckt und behandelt.

Werden lockere Zähne nach einer Zahnfleischbehandlung wieder fester?

Unbehandelt führt die schwere Parodontitis zum Zahnausfall. Zahnlockerung ist daher ein sehr ernstes Symptom einer fortgeschrittenen Zahnfleischentzündung. Unmittelbar nach einer Behandlung können die Zähne sogar noch etwas lockerer werden, in manchen Fällen muss man sie dann schienen, um sie zu stabilisieren. Sind sie jedoch noch ausreichend tief im Knochen verankert, werden sie im Laufe der Zeit auch wieder deutlich fester.

Kann ich etwas machen, wenn meine Zähne gelockert sind und bereits Kieferknochen fehlt?

Wichtig ist hier der Zustand des Kieferknochens und jeder einzelne Zahn muss untersucht werden. Es stehen jedoch heute eine Reihe sehr erfolgversprechender Methoden zur Verfügung, mit denen sehr gute Resultate erzielt werden können.