Zahnimplantate

Zahnersatz mit Schraubverschluss

Implantate sind künstliche Zähne, die im Kiefer verschraubt werden. Sie fühlen sich an wie die echten und können ein Leben lang halten.

 

Sind Zähne nicht mehr zu retten, muss Ersatz her. Entweder Sie wählen ein künstliches Gebiss, eine Brücke oder die elegante Lösung: ein Implantat. Solche Kunststücke bestehen aus drei Teilen:

  • der Schraube
  • dem Verbindungsstück und
  • der Krone

Die Schraube ersetzt die Zahnwurzel, der Zahnarzt dreht sie in den Kieferknochen hinein. Sie besteht meist aus Titan und ist 8 bis 16 Millimeter lang. Geformt ist sie wie ein Kegel oder ein Zylinder, beide Varianten gibt es mit und ohne Schraubgewinde. Sie ist Ihr eigentliches Implantat.
Das Verbindungsstück steckt der Zahnarzt in die metallene Ersatzwurzel, daran befestigt er später den sichtbaren künstlichen Zahn. Dieser Pfosten besteht in der Regel ebenfalls aus Titan, manchmal auch aus Keramik. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile. Während Titan langzeiterprobt und stabil ist, ist Keramik bzw. Zirkonoxid zwar bei einem sehr selten vorkommenden Zahnfleischrückgang ästhetischer, aber auch bruch-gefährdeter. Wir beraten Sie hierzu gerne.
Die künstliche Zahnkrone befestigt der Zahnarzt auf dem Verbindungsstück. Sie besteht aus einem Metallkern und einer Hülle aus zahnfarbener Keramik oder vollständig aus Keramik bzw. Zirkonoxidkeramik. Auf das Verbindungsstück können aber auch Brücken oder Teilprothesen aufgesteckt werden.
Wenn Sie sich ein Implantat einpflanzen lassen wollen, müssen Sie etwas Zeit haben. Zunächst wird ein Loch in den Kieferknochen gebohrt - selbstverständlich unter örtlicher Betäubung - und die künstliche Zahnwurzel hineingedreht. Dann wird die Schleimhaut darüber zugenäht. Je nach verwendetem Implantattyp ist das Implantat nach 6-12 Wochen eingeheilt und fest mit Ihrem Kieferknochen verwachsen. Dann kann das Implantat mit Verbindungsstück und künstlicher Zahnkrone versorgt werden. Die Einheilzeit bzw. Dauer bis zum Abschluss der Behandlung kann sich verlängern, wenn vorbereitend oder simultan knochenaufbauende oder knochenverdichtende Maßnahmen erfolgen müssen.
In günstigen Fällen ist auch eine Sofortimplantation möglich. Wenn zum Beispiel ein gesunder Zahn aufgrund eines Unfalls abbricht, ist es möglich, in einer Behandlungssitzung die Zahnwurzel zu entfernen und in das Zahnfach ein Implantat einzubringen. In ästhetisch ungünstigen Bereichen, wie der Schneidezahnregion, besteht die Möglichkeit, das Implantat mit einer provisorischen Krone zu versorgen. Allerdings darf das Provisorium so gut wie gar nicht belastet werden. Diese gesamte Art der Behandlung geht mit einem erhöhten Risiko eines Misserfolgs einher, so dass wir diese Behandlung nur in Absprache mit Ihnen und bei den erfordlichen Voraussetzung für einen Erfolg durchführen. Wir beraten Sie hierzu gerne.

Knochensplitter können morsche Kiefer auffüllen

Ein Implantat können Sie sich nur einsetzen lassen, wenn Ihr Kiefer in Ordnung ist. Denn er muss das künstliche Gebilde halten. Er darf nicht entzündet sein und der Knochen muss ausreichend vorhanden sein. Häufig ist zum Beispiel der hintere Oberkiefer-Knochen aber zu schwach oder zu dünn. Dann kann der Knochen mit eigenen Knochensplittern oder Knochenersatzmaterialien, die nach einer gewissen Zeit in eigenen Knochen umgewandelt werden, aufgebaut werden. Nach ein paar Monaten bietet der Kiefer dann genügend Knochen für das Implantat.

Implantate sind besser als Brücken oder Prothesen

Brücken und Prothesen lassen den Kieferknochen schwinden, weil dort, wo die natürlichen Zähne fehlen, keine Kaukräfte mehr in den Kiefer geleitet werden. Implantate stimulieren den Knochen wie die eigenen Zähne, der Kiefer schrumpft nicht. Zudem können Sie mit dem fest verankerten Zahn kräftig zubeißen, Ihre Aussprache ändert sich nicht. Das ist bei Prothesen oft anders, vor allem bei Vollprothesen. 90 Prozent der Implantate sind nach zehn Jahren noch voll belastbar.
Weil der eingepflanzte Zahn so kostbar ist, sollten Sie ihn genauso sorgfältig putzen wie Ihre natürlichen Zähne.